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Individuallösungen mit Java und .NET

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Der Bedarf

Die wirtschafliche Entwicklung von Individualapplikation erfordert gerade im Umfeld verteilte Systeme mit hochkomplexen Serverkomponenten und anspruchvollen Benutzeroberflächen besondere Aufmerksamkeit. Die Herausforderung besteht darin, Entwicklungskosten, -zeit und -komplexität in den Griff zu bekommen. Gerade wenn Individuallösungen im objektorientierten Umfeld geschaffen werden sollen, kann der Entwicklungsprozesses durch Standardisierung und Normierung zu übersichtlichen Softwarearchitekturen, zur Beherrschbarkeit von komplexen Systemen und zur Wiederverwendbarkeit von Komponenten führen. Doch wie lässt sich eine derartige Softwareproduktion realisieren?

Die Lösung

Klassen oder Objekte repräsentieren in der objektorientierten Welt elementare Grundbausteine für den strukturierten Aufbau von Anwendungslogiken. Anwendungen bestehen grundsätzlich aus einem Fundus von Klassen, die in Wechselwirkung zueinander stehen. Klassenstrukturen können sehr komplizierte Formen annehmen, in der modernen objektorientierten Entwicklung unterstützen Methoden wie die Unified Modelling Language (UML) die Planung und Umsetzung.

Warum Objektorientierung?

Einer der wichtigsten Vorteile des objektorientierten Ansatzes – ob nun mit Java oder .NET-Technogien umgesetzt – beruht neben der Wiederwendbarkeit von Klassen auf der Integration von Daten und deren manipulierenden Funktionen. Werden etwa Personenstrukturen in einer Klasse festgelegt, so kann der gesamte Funktionsumfang der Personalbearbeitung nebst Daten für Kunden, Mitarbeiter, Partner etc. gleichermaßen verwendet werden.

Prozedurale Programmiersprachen wie Cobol, Natural oder Fortran bieten zwar die Möglichkeit, durch geschickte Auslagerung von Funktionen in Unterprogrammen auch eine gewisse Wiederverwendbarkeit zu erreichen, aber eben nur auf funktionaler Ebene. Das Paradigma der Vererbung fehlt in den klassischen Technologien völlig.

In der objektorientierten Welt sind funktionale Abläufe stark gekapselt. Klassen stellen dem Entwickler nur die wesentlichen (öffentlichen) Funktionen bereit. Details der Ausführung bleiben verborgen und werden nur einmal von Experten im Inneren von Klassen definiert.

Aus heutiger Sicht war die Objektorientierung eine wesentliche Voraussetzung für den Erfolg des Internets: Verteilte Systeme mit hochkomplexen Serverkomponenten und anspruchsvollen Benutzeroberflächen sind ohne objektorientierte Technologien nicht denkbar. Darüber hinaus setzen die mit Windows entstandenen ereignisgesteuerten grafischen Benutzeroberflächen objektorientierte Strukturen zwingend voraus.

Warum werden Java und .NET erst jetzt erfolgreich?

Die Standardisierung und Normierung des gesamten Entwicklungsprozesses führt zu übersichtlichen Softwarearchitekturen, zur Beherrschbarkeit von komplexen Systemen und zur Wiederverwendbarkeit von Komponenten. Mit dem Einsatz von Frameworks, den J2EE Enterprise Technologien von Sun Microsystems und Microsofts .NET Strategie stehen leistungsfähige Werkzeuge für die Entwicklung modernster Applikationen, Internet-Anwendungen und Web Services zur Verfügung. Frameworks stellen weite Teile von Anwendungen in Form von vorgefertigten Funktionalitäten und Entwicklungsmustern zur Verfügung. Damit lassen sich die Entwicklungskosten für Individuallösungen deutlich senken und tragfähige Grundlagen für einen erfolgreichen Software-Lifecycle schaffen.

Eine weitere wesentliche Grundlage für den Erfolg objektorientierter Technologien findet sich in den Architekturmodellen. Mit der Beschreibung von Design Patterns wurde das Expertenwissen von Jahrzehnten gebündelt und damit ein allgemeines Modell für die objektorientierte Architektur geschaffen. Aktuelle Themen wie J2EE-Patterns und Model Driven Architecture (MDA) erweitern das Spektrum. Heute ist sich die Fachwelt einig: Objektorientierte Projekte leben von der Architektur und der Modellierung, die klassische Vorgehensweise der prozessorientierten Codierung existiert nicht mehr.

Die wirtschaftliche Nutzung

Die Bündelung aller Entwicklungsprozesse auf einer strategischen Plattform stellt eine wesentliche Grundlage für die Entwicklung von unternehmensweiten Individuallösungen dar. Steve McConnel, vielfacher Buchautor und namhafter Stratege der objektorientierten Welt, beschrieb 1996 in dem Buch „Rapid Development" die Vierdimensionalität des Entwicklungsprozesses: Prozesse, Menschen, Technologien und Projekte sollten in einem integralen Entwicklungsprozess zusammen geführt werden. Die Integration wird heute von sogenannten Softwareproduktionsumgebungen (SPU) geleistet. SPUs liefern einen normierten Rahmen für den Gesamtprozess der Anwendungsentwicklung.

SPUs sind keinesfalls als Standardlösungen zu betrachten, sondern sind an den individuellen Randbedingungen eines einzelnen Unternehmens auszurichten. Standardisierte und individuelle Unternehmensprozesse, Normierung von Entwicklungsprozessen, vorhandene und zukünftige technische Infrastrukturen, der Betrieb von Software sowie Mitarbeiterstrukturen führen zu einer individuellen Konzeption.

Auf der Basis einer entsprechend zugeschnittenen Produktionsplattform lassen sich sehr wirtschaftliche Anwendungen realisieren. Durch Ressourcenpooling, standardisierte Frameworks und wiederverwendbare Komponenten nimmt die Entwicklungsdauer von Anwendungen drastisch ab. Das in der IT-Welt oft zitierte „Rapid Development" wird im Rahmen von SPU basierten Projekten umgesetzt. Gleichzeitig steigt die Qualität: Nur die individuellen Prozesse einer speziellen Anwendung werden neu entwickelt, weite Teile von Anwendungen liefert die SPU als bereits geprüfte Funktionalitäten.

Ein weitere positiver Kostenfaktor ist der Erfolg vieler Open Source Projekte. War die Open Source Welt mit Projekten wie Apache/Tomcat oder Linux zunächst nur den Insidern ein Begriff, so setzen heute Großunternehmen auf die hervorragende Qualität einer Vielzahl von öffentlichen Sourcen. Namhafte Förderer der Open Source Initiative sind Unternehmen wie Sun Microsystems und IBM, die aktuell mit der kostenfreien Entwicklungsplattform Eclipse die Fachwelt begeistern.

Insgesamt tragen standardisierte Softwareproduktionsumgebungen signifikant zu einer Kostenkontrolle im Bereich der Entwicklung von Individuallösungen bei. Die bei der Einführung einer SPU entstehenden Aufbaukosten sind überschaubar, besonders bei der Implementierung von Open Source Projekten wird ein schneller Return of Investment erreicht. SPUs unterstützen darüber hinaus nicht nur die Entwicklung, sondern auch den gesamten Software Life Cycle.

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