Interview: Ausbildung bei Consist



Consist bildet seit 2016 Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung aus. Unser Kollege Sven Bernhardt ist seit vielen Jahren Ausbildungsleiter aus Überzeugung und hat schon viele Azubis betreut. Wir sprechen mit ihm über die Ausbildung bei Consist.
Welche Inhalte lernen Azubis bei Consist ganz konkret?
Ganz konkret lernen unsere Auszubildenden bei uns, wie professionelle und ganzheitliche Softwareentwicklung wirklich funktioniert und das geht weit über das reine Programmieren hinaus. Natürlich spielt das Programmieren eine zentrale Rolle, aber es ist nur ein Teil des Gesamtprozesses. Ein wichtiger Punkt ist zum Beispiel, sich vorher Gedanken zu machen, wie man ein Problem sinnvoll löst und welchen Weg man einschlägt. Der erste Ansatz ist nicht immer der beste und genau dieses strukturierte Denken trainieren wir von Anfang an.
Dazu gehört auch die Zusammenarbeit mit Kunden. Anforderungen verstehen, ein gemeinsames Bild vom Ergebnis entwickeln und darauf aufbauend ein Konzept erstellen. Das ist eine Grundlage, um Missverständnisse zu vermeiden und Projekte erfolgreich umzusetzen.
Ein weiterer wichtiger Bestandteil ist die Qualitätssicherung. Unsere Auszubildenden lernen, wie Software getestet wird und warum das so wichtig ist. Denn Tests sind entscheidend, um Fehler früh zu erkennen und zuverlässige Lösungen zu liefern.
Außerdem vermitteln wir die Grundlagen, wie man Softwareprojekte plant und strukturiert umsetzt. Von der ersten Idee über die Umsetzung bis hin zur Weiterentwicklung. Gerade dieses strukturierte Vorgehen hilft, effizient zu arbeiten und Risiken im Projekt frühzeitig zu erkennen.
Und das Ganze bezieht sich nicht nur auf große Projekte. Auch im Alltag geht es darum, Aufgaben sinnvoll zu planen und umzusetzen, inklusive eines gewissen wirtschaftlichen Verständnisses, wann Abweichungen vom Plan kritisch werden können.
Welche Voraussetzungen sollten Bewerber:innen fachlich und persönlich mitbringen?
Für mich steht persönlich ganz klar die Motivation im Vordergrund. Die Fachinformatiker:in-Ausbildung ist ein bisschen wie ein Handwerk. Nur, dass das „Material“ virtuell ist und die Ergebnisse oft eher abstrakt. Deshalb hilft es, wenn man Spaß daran hat, kreativ zu arbeiten, logisch zu denken und sich mit Programmierung auseinanderzusetzen.
Wichtig ist auch der Umgang im Team. Unsere Arbeit lebt von Zusammenarbeit. Eigenständiges und selbstverantwortliches Arbeiten ist ein weiterer Punkt, der mir sehr wichtig ist. Man sollte bereit sein, Dinge aktiv anzugehen und auch mal selbst nach Lösungen zu suchen.
Fachlich setze ich dagegen keine festen Anforderungen voraus. Ich bin überzeugt davon, dass jeder Mensch das Programmieren lernen kann, wenn die Motivation stimmt.
Natürlich hilft ein Verständnis für logisches und abstraktes Denken. Entscheidend ist für mich jedoch am Ende die Einstellung, nicht das Vorwissen.
Sind auch Studienaussteiger:innen und Quereinsteiger:innen mit IT-Interesse eine passende Zielgruppe?
Für mich ist das auf jeden Fall eine sehr spannende Zielgruppe. Viele stellen im Studium fest, dass es deutlich theoretischer ist, als sie erwartet haben, und dass ein hoher Grad an Selbstorganisation gefragt ist. Die Ausbildung bietet hier eine gute Alternative, weil sie viel praxisnäher aufgebaut ist und man das Gelernte direkt im Alltag anwenden kann. Gerade diese Kombination aus Berufsschule und Praxis im Unternehmen hilft dabei, Zusammenhänge schneller zu verstehen und zu festigen.
Und auch Quereinsteiger:innen sehe ich absolut positiv. Sie bringen oft andere Perspektiven und Erfahrungen mit, die im Team richtig wertvoll sind. In der Softwareentwicklung geht es viel darum, Lösungen zu finden. Und da helfen unterschiedliche Denkweisen enorm.
Wie lange dauert die Ausbildung und wie läuft sie ab?
Die Ausbildung dauert in der Regel drei Jahre. Uns ist dabei wichtiger, wie diese Zeit genutzt wird.
Ich sehe meine Rolle als Ausbildungs- und Teamleiter vor allem als Lernbegleiter oder Coach. Wir arbeiten auf Augenhöhe zusammen und schauen gemeinsam, wie wir die individuellen Stärken und Ziele der Auszubildenden am besten entwickeln können.
In den ersten rund anderthalb Jahren liegt der Fokus auf einer breiten Grundausbildung. In dieser Zeit vermitteln wir die wichtigsten fachlichen Grundlagen: von Softwareentwicklung über Qualitäts- und Projektmanagement bis hin zu den internen Abläufen im Unternehmen. Dazu gehören auch Einblicke in andere Abteilungen wie Vertrieb, Marketing, IT-Administration oder Buchhaltung. So bekommen die Auszubildenden ein gutes Gesamtbild davon, wie alles zusammenhängt.
Parallel dazu arbeiten sie von Anfang an auch an echten Softwareprojekten mit. Natürlich begleitet und so, dass niemand überfordert wird.
Nach dieser Grundphase geht es stärker in die Praxis und in die individuelle Vertiefung. Hier entwickeln wir gemeinsam, in welche Richtung sich jemand fachlich weiterentwickeln möchte, und setzen die Auszubildenden zunehmend auch in Kundenprojekten ein. Ziel ist es, Schritt für Schritt mehr Verantwortung zu übernehmen, ohne den Lernaspekt aus den Augen zu verlieren.
Ein wichtiger Bestandteil ist außerdem die Berufsschule im Blockunterricht, die das theoretische Fundament liefert. Wir stimmen unsere Ausbildung darauf ab und bereiten gezielt darauf vor, damit beides gut ineinandergreift.
Darüber hinaus können unsere Auszubildenden auch die Angebote der Consist-Akademie nutzen, zum Beispiel für Softskills. Und zu guter Letzt sorgen Betriebsfeiern und Teamtreffen für Austausch und auch den nötigen Spaß auch neben der Arbeit.
Mit welchen Technologien, Methoden oder Projektformen arbeiten die Auszubildenden?
In der Ausbildung bewegen sich unsere Auszubildenden technisch nah an den technologischen Inhalten der Berufsschule. Wir starten bewusst mit den Grundlagen in .NET C#, weil das eine stabile Basis für moderne Softwareentwicklung ist und viele Einsatzmöglichkeiten bietet. Alle bringen ein anderes Level an Erfahrungen mit. Deshalb bekommen alle Azubis zu Beginn einen individuellen Ausbildungsplan, damit weder Überforderung noch Langeweile entstehen.
Los geht es mit kleineren Übungsaufgaben für die Basics. Danach folgen größere Softwarebeispiele. Relativ früh steigen wir auch schon in reale Projektkontexte ein. So sammeln die Auszubildenden schnell Erfahrungen darin, wie Software im Team entsteht.
Methodisch orientieren wir uns dabei am echten Projektalltag – also stark an Zusammenarbeit, Feedback und schrittweiser Entwicklung.
Durch unser breites Leistungsspektrum am Markt können wir die Ausbildung außerdem sehr flexibel gestalten. Einige gehen eher in Richtung Neuentwicklung von Web- oder Cloud-Anwendungen, andere lernen stärker die Anforderungen in Wartungs- oder Migrationsprojekten kennen.
Am Ende sorgt genau diese Mischung dafür, dass die Auszubildenden breit aufgestellt sind oder sich auch gezielt spezialisieren können, je nachdem, wo ihre Interessen liegen.
In welchen Situationen bekommen Auszubildende erste Einblicke in Kundenprojekte?
Bereits in der Grundausbildung, also in den ersten anderthalb Jahren, sammeln sie erste Erfahrungen, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie Projekte in der Praxis ablaufen. Das nutzen wir bewusst auch zur Orientierung. So können die Auszubildenden herausfinden, welche Themen und Aufgaben ihnen besonders liegen. Wir entwickeln darauf aufbauend die weitere Spezialisierung. Der Einsatz in Kundenprojekten wächst dann Schritt für Schritt, sodass der Übergang in die spätere Mitarbeit fließend ist und gut vorbereitet erfolgt.
Wie wichtig ist Teamarbeit in der Ausbildung?
Teamarbeit ist in der Ausbildung absolut zentral, und ohne ein gutes Team im Hintergrund funktioniert Softwareentwicklung nicht wirklich.
Im Alltag stößt man immer wieder auf Herausforderungen, bei denen man allein nicht weiterkommt. Genau da zeigt sich, wie wichtig ein Team ist, das unterstützt, mitdenkt und einen auch mal auffängt.
Uns ist dabei wichtig, dass alle ihre eigenen Stärken einbringen. Manche haben tiefes Fachwissen, andere behalten die Deadlines im Blick, und andere sorgen dafür, dass die Stimmung passt. Diese Mischung macht es am Ende aus und sorgt dafür, dass die Arbeit auch Spaß bringt.

Welche Möglichkeiten haben Auszubildende, eigene Interessen oder Schwerpunkte in die Ausbildung einzubringen?
Unsere Auszubildenden sind von Anfang an vollwertige Teammitglieder. Entsprechend wichtig ist uns, dass sie sich fachlich wie auch organisatorisch einbringen können.
Gerade in Projekten sehen wir es sehr gern, wenn neue Ideen kommen. Frische Perspektiven bringen oft richtig gute Impulse, und genau das fördern wir aktiv.
Außerdem können unsere Auszubildenden auch darüber hinaus mitgestalten, z. B. in Arbeitsgruppen oder bei der Weiterentwicklung der Ausbildung selbst.
Natürlich gibt es in Deutschland einen festen Rahmen durch die Ausbildungsordnung. Innerhalb dieses Rahmens haben wir viel Spielraum. Den nutzen wir bewusst, um gemeinsam mit den Auszubildenden individuelle Schwerpunkte zu setzen. Unsere Ausbildung soll kein „Schema F“ sein, sondern entwickelt sich ein Stück weit mit der Person. Jeder bringt andere Interessen mit, und genau das versuchen wir auch zu berücksichtigen.
Welche Rolle spielen Softskills oder kommunikative Fähigkeit in der Ausbildung zum Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung?
Softskills sind tatsächlich sehr wichtig – oft sogar wichtiger, als man denken mag. Darunter fällt, sich selbst und seine Arbeit zu organisieren. Aber auch gerade als Softwaredienstleister reden wir viel mit unseren Kunden. Hier geht es darum, Anforderungen richtig zu verstehen, Sachverhalte verständlich zu erklären und Missverständnisse zu vermeiden. Gute Kommunikation macht am Ende oft den Unterschied, ob ein Projekt funktioniert oder scheitert.
Deshalb unterstützt Consist das auch aktiv: Über die Consist-Akademie gibt es regelmäßig Softskill- und Kommunikationsseminare, die auch unsere Azubis besuchen können. Die Theorie nutzen wir auch im Arbeitsalltag, zum Beispiel im Kontakt mit Kunden oder im Team.
Wie schaffen wir es bei Consist, Auszubildende persönlich zu begleiten und ihre individuellen Stärken und Entwicklungswege im Blick zu behalten?
Mit regelmäßigem Feedback und Beurteilungen der persönlichen Leistungen behalten wir bei Consist die Entwicklung unserer Auszubildenden ganzheitlich im Blick. Die Leistung im Fachgebiet ist dabei genauso wichtig wie die Entwicklung persönlicher Kompetenzen. Darunter fällt auch, die individuellen Stärken zu fördern und mögliche Entwicklungswege aufzuzeigen. An dieser Stelle setzen wir auf das Engagement und die Verantwortung eines jeden Einzelnen und unterstützen auf diesem Weg.
Was würdest du Menschen sagen, die überlegen, ob Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung der richtige Beruf für sie ist?
Wenn du Spaß daran hast, Dinge kreativ zu gestalten, bist du genau richtig. Als Fachinformatiker:in für Anwendungsentwicklung baust du nicht einfach nur „irgendwas mit Code“, sondern erschaffst Softwarelösungen, die am Ende wirklich genutzt werden.
Gleichzeitig solltest du gerne im Team arbeiten, denn die meisten Projekte entstehen gemeinsam mit anderen, indem jeder seine Ideen einbringt und man gemeinsam oft auf bessere Lösungen kommt. Oft fühlt sich die Arbeit an wie ein Rätsel. Wenn du dich auch dafür begeistern kannst, an Lösungen zu tüfteln, wirst du am Ende mit einem guten Gefühl belohnt, weil du das Problem gelöst hast. Und vielleicht schätzt du auch die Möglichkeiten immer weiter in Verantwortung hineinzuwachsen und in Zukunft sogar Softwareprojekte mitzugestalten oder sogar zu steuern.
Kurz gesagt: Wenn du Lust hast, etwas Eigenes zu schaffen, gern knobelst und dich auch im Team wohlfühlst, dann ist das ein richtig spannender Beruf.
Wie würdest du die Atmosphäre im Unternehmen beschreiben – gerade aus Sicht junger Menschen, die neu in die Berufswelt starten?
Bei Consist herrscht eine sehr offene und entspannte Arbeitsatmosphäre. Man wird nicht einfach ins kalte Wasser geworfen, sondern bekommt schnell Anschluss im Team und merkt, dass man nicht alleine durch muss.
Die Stimmung ist meist sehr familiär, man hilft sich hier gegenseitig. Man kann Fragen stellen und wächst stückchenweise in das Unternehmen rein.
Und was aus meiner Sicht gerade für junge Leute wichtig ist: Man hat das Gefühl, dass man sich entwickeln kann und ernst genommen wird.
Was macht dich als Ausbildungsleiter besonders stolz?
Mich macht vor allem die ganzheitliche und qualitativ hochwertige Ausbildung bei uns stolz und ehrlich gesagt auch das direkte Feedback unserer Auszubildenden, das ich regelmäßig bekomme. Mir liegt die Ausbildung wirklich am Herzen. Mein Ziel ist immer, dass die jungen Leute am Ende eine starke Grundlage für ihren weiteren Weg im Arbeitsmarkt mitnehmen. Dabei steht für mich das Ausbildungsziel klar im Fokus.
Gleichzeitig haben wir es aber geschafft, das Ganze auch praxisnah und wirtschaftlich sinnvoll aufzubauen. Das Schöne daran ist: Am Ende profitieren alle Seiten. Die Auszubildenden bekommen eine breite Ausbildung, können sich weiterentwickeln, spezialisieren und auch Verantwortung übernehmen. Und gleichzeitig profitiert auch Consist, weil wir schon während der Ausbildung mit motivierten und engagierten Nachwuchskräften arbeiten, die sich einbringen wollen und Lust haben, etwas zu bewegen.
Welche Perspektiven haben Auszubildende nach erfolgreichem Abschluss ihrer Ausbildung?
Die Perspektiven nach der Ausbildung sind bei Consist sehr gut. Unser Ziel ist es, Auszubildende nach erfolgreichem Abschluss in eine feste Aufgabe zu übernehmen und gemeinsam den nächsten Schritt zu gehen. Durch die Projektarbeit während der Ausbildung sind viele schon gut integriert und können direkt weiter durchstarten.
Aber auch unabhängig davon stehen den Absolvent:innen jede Menge Türen offen. Die Nachfrage nach gut ausgebildeten Fachinformatiker:innen ist seit Jahren hoch, und wer die Praxis schon mitbringt, findet in der Regel sehr schnell eine passende Position.
Was die Entwicklung angeht, gibt es viele Möglichkeiten: Man kann sich fachlich spezialisieren, zum Beispiel in Richtung Softwareentwicklung, Cloud oder IT-Sicherheit oder perspektivisch auch in Richtung Projektleitung oder Führung wachsen. Viele nutzen auch die Option, sich über Weiterbildungen oder ein berufsbegleitendes Studium weiterzuentwickeln.
Die Ausbildung ist damit ein sehr solides Fundament, und von da aus ist in viele Richtungen alles möglich, je nachdem, wo die eigenen Interessen und Stärken liegen.
Vielen Dank für das Gespräch, Sven.

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