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Legacy-Betreuung Next Generation

Isabel Braun
27. Januar 2021

Legacy-Betreuung Next Generation

Legacy-Technologien sind nach wie vor erfolgreich im Einsatz und nicht wegzudenken aus der IT. Die Fachkräfte, die in Unternehmen gewachsene, oftmals geschäftskritische Anwendungen von Mainframe-Systemen warten, nähern sich zunehmend dem Ruhestand. Consist sichert auch langfristig die Wartung und Weiterentwicklung dieser Systeme durch die Ausbildung junger IT-Experten in alten Technologien wie Cobol und Adabas/Natural. Lesen Sie im Interview mit drei Consist-Mitarbeitern, was den Reiz hieran ausmacht und worin Herausforderungen bestehen.

Consist Redaktion: Sven, du betreust Kundensysteme, die auf Legacy-Technologien basieren, und bildest junge Kollegen bei Consist in der Programmiersprache Cobol aus. Vor mehreren Jahren bist du als junger Kollege frisch von der Uni selbst diesen Ausbildungsweg gegangen. Wie bist du zu Cobol gekommen?

Sven Bernhardt: Während meines Studiums der technischen Informatik hatte ich nie Berührung mit Cobol. Als ich bei Consist im Managed-Services-Bereich einstieg, war hier der Bedarf an Cobol-Know-how sehr groß. Ich habe mich einfach darauf eingelassen und diesen Ausbildungspfad absolviert. Mittlerweile arbeite ich seit vielen Jahren mit Cobol und bilde neue Kolleginnen und Kollegen darin aus.

Consist Redaktion: Was macht für dich den Reiz an der Arbeit mit Cobol aus?

Sven Bernhardt: Man lernt immer etwas dazu, erforscht Unbekanntes. Da ich offen für Neues bin, bringt mir das viel Spaß.

Consist Redaktion: Niels, was bereitet dir als jungem Cobol-Entwickler mit mehreren Jahren Berufserfahrung besonders viel Freude?

Niels Biedorf: Wie Sven habe ich im Informatik-Studium kein Programmieren mit alten Sprachen gelernt. Erst bei Consist habe ich dieses Know-how aufgebaut. Cobol hat im Gegensatz zu vielen modernen Programmiersprachen keine Frameworks. Es gibt wenig vorgefertigte Lösungen. Das reizt mich: Man muss selbst auf kreative Lösungen kommen – zumal oftmals auch nicht sehr viel dokumentiert ist.

Consist Redaktion: Du, Carsten, bist als studierter Materialwissenschaftler ein Quereinsteiger, der bei Consist Cobol erlernt hat und seit einem Jahr in Kundenprojekten aktiv ist. Wie sind deine Erfahrungen in diesem Umfeld?

Carsten Hänel: Es ist einfach ein schönes Gefühl, wenn man es hinbekommt, Spezialist für etwas zu sein, wovor andere zurückschrecken. Die tägliche Praxis mit einer Legacy-Technologie ist viel spannender, als manch einer vielleicht denkt. Die Systemlandschaft ist riesengroß. Sich technisch dort hinein zu vertiefen, spricht mich sehr an. Und krisensicher ist die Tätigkeit auch, denn mit diesen alten Programmiersprachen wird noch sehr lange am Markt gearbeitet werden.

Consist Redaktion: Das hört sich alles sehr positiv an. Gibt es auch Herausforderungen?

Carsten Hänel: Ja, man muss auch mal Geduld haben, da nicht alles sofort mit einem Klick gemacht ist. Andererseits ist das auch gerade das Faszinierende.

Consist Redaktion: Wie können wir uns das vorstellen: Entwickelt ihr die bestehenden, historisch gewachsenen Anwendungen auch weiter? Wie genau läuft eure Tätigkeit ab?

Niels Biedorf: Ja, wir fassen die Systeme richtig an und entwickeln sie weiter. Wir entwickeln Neues mit einer alten Sprache.

Consist Redaktion: Consist setzt bewusst auf altersgemischte Teams. Wie wirkt sich das konkret aus?

Sven Bernhardt: Wir teilen unser Wissen und lernen im Team voneinander. Das ergänzt sich wirklich gut. Während die alten Hasen ein tiefes fachliches Know-how mitbringen, von dem wir immer noch etwas lernen können, steuern die Jüngeren oftmals moderne Methoden in Softwareentwicklung und Projektmanagement bei.

Consist Redaktion: Wisst ihr auch aufgrund des Austauschs mit Kolleginnen und Kollegen, die schon sehr lange mit Cobol &  Co. unterwegs sind, was sich in den letzten Jahrzehnten geändert hat in der Legacy-Welt?

Niels Biedorf: Es hat sich viel getan. Die Technologien drumherum, die IDE (Anmerkung der Redaktion: IDE = Integrated Development Environment), sind modern! Nicht mehr wie vor 40 Jahren. Und heute wird viel mehr mit Prozessen gearbeitet als früher.

Consist Redaktion: Somit sind die neue und die alte Welt eng verbunden?

Sven Bernhardt: Letztlich ist beispielsweise Cobol nur eine Programmiersprache wie andere auch. Ich finde die Technologie gar nicht so entscheidend. Unser Fokus ist: Wir kümmern uns gern um die Probleme des Kunden und lösen sie. Sei es nun in modernen oder älteren Sprachen.

Consist Redaktion: Danke für das Gespräch!

Das Gespräch führte Isabel Braun.

Stand: 01/2021

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