Porträt von Martin Müller, Principal Consultant für Splunk

Porträt von Martin Müller, Principal Consultant für Splunk
Hallo Martin, wofür bist du als Principal Consultant für Splunk zuständig, was sind deine Aufgaben?
Primär ist dies die Beratung meiner direkten Kunden in allen Fragen zu Splunk Cloud, Splunk Enterprise und drumherum. Die Spanne der Themen reicht dabei von hoher Flughöhe („Was wollen wir gemeinsam erreichen?“) bis hin zu technischen Details („Hilfe – meine regulären Ausdrücke zum Filtern von Ereignissen sind ineffizient!“).
Die meisten meiner Kunden begleite ich über Jahre. Hier liegt der Fokus oft auf kontinuierlicher Weiterentwicklung des Teams und den mit Splunk umgesetzten Anwendungsfällen. Andere stehen ganz am Anfang ihrer Reise in die eigenen Daten. Dort ist neben dem technischen Aufbau der Umgebung vor allem die Ausbildung der zukünftigen Administratoren und Nutzer wichtig: Das beste System der Welt hilft nichts, wenn es nach der Installation niemand im Unternehmen betreiben und benutzen kann.
Daneben stehe ich intern als Subject Matter Expert (SME) Splunk Cloud & Splunk Enterprise für unser Team zur Verfügung, um gemeinsam schwierige technische oder architektonische Fragestellungen zu klären. Niemand kann alles aus jedem Themengebiet selbst wissen, aber durch die Schwarmintelligenz unserer zahlreichen SMEs mit jeweils einem Schwerpunkt sieht es von außen betrachtet oft so aus :).
Wie sieht ein typischer Tag in deinem Arbeitsleben aus?
Klischee-Antwort: Kommt drauf an.
Derzeit arbeite ich zu 90% von zu Hause und mein Headset ist zum wichtigsten Eingabegerät geworden. Je nach Woche verbringe ich 50 – 80% der Zeit im direkten Austausch mit Kunden aus aller Welt, zu etwa gleichen Gesprächsanteilen auf Deutsch und Englisch. Die übrige Zeit besteht aus Recherche, Entwicklungsarbeit, Terminplanung und – ganz wichtig – Kontextwechselpausen. Jeder Kunde und jedes Thema sind unterschiedlich. Ohne Sortieren und Sammeln könnte ich keine gute individuelle Beratung leisten.
Bevor Arbeit von zu Hause notwendig wurde, war ich überwiegend bei Kunden vor Ort unterwegs, hauptsächlich per ICE in Deutschlands Großstädten. Je nach Thema können dies einzelne Tage sein, immer mal wieder ein Wochenblock oder gleich mehrere Monate am Stück – natürlich ohne Wochenende. Freitagmittags ging‘s mit dem gesamten Splunk-Team zu unserem Stamm-Italiener. Dafür muss Zeit sein.
In deinem Job bist du sehr erfolgreich und ein absoluter Splunk-Experte, der mehrfach namhafte Auszeichnungen erhalten hat, wie z. B. den BOTS (= Boss of the SOC) Team Award von Splunk und die wiederholte Aufnahme in SplunkTrust als eines von nur wenigen Mitgliedern weltweit. Was bedeuten dir diese Auszeichnungen?
Viel wichtiger als die Auszeichnungen an sich ist mir das, was dahintersteckt. Beim SplunkTrust z. B. geht’s um den aktiven Austausch in der Splunk-Community mit einem Geben und Nehmen, wovon alle was haben. Jeder kann ohne Kosten oder Hürden Fragen stellen und beantworten oder einfach nur in alten Lösungen googeln. Fast immer gab’s in der Vergangenheit schon mal jemand anderen mit der gleichen Frage!
Was fasziniert dich an der Arbeit mit Splunk?
Die Flexibilität. Es überrascht mich selbst nach vielen Jahren Splunk noch gelegentlich, was Nutzer mit Splunk alles umsetzen. Das Spektrum geht von klassischem IT-Betrieb und -Monitoring über Informationssicherheit bis hin zu in der physischen Welt existierenden Maschinen: Selbst die Audioverstärker eines ICEs produzieren wichtige Daten, denn ohne Durchsagen ist informiertes und sicheres Reisen schwieriger.
Welche Fähigkeiten sind in deinem Job besonders wichtig?
Zuhören und die richtigen Fragen stellen. Oft ist im Austausch mit Kunden die größte Hürde genommen, wenn alle Beteiligten ein gemeinsames Verständnis der Aufgabe oder des zu lösenden Problems haben.
Was motiviert dich?
Spannende und unterschiedliche Themen bearbeiten. Wenn’s zu oft das Gleiche ist, wird mir schnell langweilig.
Seit 2011 gehörst du zum Consist-Team. Wenn du deine Anfänge bei uns mit deinem heutigen Arbeitsleben vergleichst: Was hat sich geändert?
Angefangen habe ich bei Consist mit einem größeren Softwareentwicklungsprojekt. Die Arbeit im Fünf-Personen-Team direkt nach dem Master-Studium hat mich gut in die Arbeitswelt gebracht und ließ mich direkt viel des Gelernten anwenden. Nach etwa zwei Jahren gab’s parallel zwei Veränderungen: technologisch weg von Java, hin zu Splunk und in der Rolle weg vom Entwickler in hauseigenen Teams hin zum Berater direkt beim Kunden.
Als größte Veränderung würde ich Horizonterweiterung nennen in mindestens zwei Dimensionen: Technologisch sehe ich im Splunk-Ökosystem sehr viele verschiedene Aspekte. Dadurch wird zwar niemand gleich zum Experten für alles, dennoch gibt es viel Wissen zum Mitnehmen. Persönlich durfte ich in der Zeit wahrscheinlich schon hunderte verschiedene Firmen von innen kennenlernen.
Unser Unternehmen entwickelt sich stetig weiter: Woran merkst du das konkret?
Consist ist in den Jahren deutlich gewachsen. Trotzdem hat sich die familiäre Atmosphäre gehalten, auch wenn ich natürlich heute nicht mehr alle persönlich gut kennen kann. Geblieben ist auch die große Flexibilität, z. B. bei der Zeit- und Urlaubsplanung oder – für uns Berater wichtig – der individuellen Reisegestaltung mit der Möglichkeit für besonders leichte Laptops. Viele Benefits haben sich positiv weiterentwickelt wie Smartphones mit privater Nutzung und das Angebot, Leasingfahrzeuge zu nutzen.
Wie konntest du dich in den zehn Jahren weiterentwickeln?
Hier würde ich an die oben angesprochene Horizonterweiterung anknüpfen. Frisch von der Uni kannte ich noch nicht viel von der Welt. Inzwischen habe ich schon fast alles mal irgendwo gesehen – egal ob es um kundeninterne Prozesse und Regularien oder um abgefahrene Ideen und Persönlichkeiten geht. Das hilft auch beim sicheren Auftreten trotz zunächst völliger Ahnungslosigkeit, denn auch das passiert allen immer wieder.
Was macht Consist für dich zu einem attraktiven Arbeitgeber?
Ich mag die mittlere Größe. Groß genug, um viel Stabilität und breite Möglichkeiten zu bieten. Klein genug, um noch die meisten Kollegen kennen zu können und nicht in übermäßig starren Prozessen gefangen zu sein. Das Zusammenspiel dieser beiden Gegensätze konnte ich gut zu Beginn der Corona-Pandemie beobachten: Die 180-Grad-Wende vom Firmen- bzw. Kunden-Büro ins Homeoffice verlief deutlich geräusch- und problemloser, als ich das bei einigen anderen Unternehmen beobachtet habe. Warum? Consist ist groß genug, um technologisch so stark ausgestattet zu sein, dass alle direkt remote arbeiten konnten, aber klein genug, um flexibel auf die neue Situation zu reagieren.
Was war eigentlich als Jugendlicher dein Traumberuf?
IT hat mich schon sehr früh beschäftigt, daher gab’s nie wirkliche Zweifel an der einzuschlagenden Richtung.
Was begeistert dich am Norden?
Ich mag die Nähe zum Wasser und den direkten Blick auf die Förde aus meinem Consist-Büro heraus, auch wenn ich im Homeoffice wenig davon habe. Gut finde ich die damit zusammenhängenden moderaten Temperaturen: im Winter selten sehr kalt, im Sommer selten sehr heiß.
Womit verbringst du deine Freizeit?
Im Sommer geht’s so häufig wie möglich auf die Ostsee zum Segeln. Ganzjährig bin ich gerne mit dem Cabrio auf Roadtrips – wenn in Kiel das Wetter schlecht wird, dann eben der Sonne hinterher. Im Kollegenkreis hat sich inzwischen eine recht große Brettspiel-Community gebildet, da bin ich auch oft dabei.
Hast du ein Lebensmotto? Wenn ja, wäre es toll, wenn du es uns verrätst.
Machen.
Vielen Dank für das Interview, Martin!
Gerne!
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