Cloud-Betrieb im Wandel: Resilienz, KI, Datensouveränität & DevOps

Robert Weigel & Jon Baillie  /  23.02.26  /  Digitale Transformation

 

 In diesem Interview geben Jon Baillie und Robert Weigel, Cloud-Experten bei Consist, Einblicke in aktuelle Entwicklungen rund um den Cloud-Betrieb und seine wachsenden Herausforderungen.

Wie nehmt ihr aktuell die Bedeutung des Cloud-Betriebs wahr – warum ist das Thema aus eurer Sicht gerade jetzt besonders relevant?

Jon: Immer mehr Abteilungen und Unternehmen in verschiedenen Branchen setzen Cloud-Technologien ein. Laut Gartner soll der weltweite Cloud-Markt bis 2027 auf eine Billiarde US-Dollar anwachsen. Es ist hier also klar zu erkennen, dass der Cloud-Betrieb eine große strategische Bedeutung für Unternehmen innehat. 

Robert: Relevant bleibt das Thema, weil Unternehmen gleichzeitig mehrere Herausforderungen bewältigen müssen. Wachsende digitale Abhängigkeiten, zunehmende Komplexität sowie steigende Security-Anforderungen sind vom technischen Nebenthema zum geschäftskritischen Faktor geworden. Viele geschäftskritische Anwendungen, vom ERP bis zur Kundenplattform, hängen heute von stabilen Cloud-Infrastrukturen ab. 

Welche Entwicklungen, Kundenanfragen oder Marktsignale haben euch in den letzten 12–18 Monaten besonders aufmerksam gemacht?

Robert: Während früher vor allem Kostenoptimierung und Skalierbarkeit im Vordergrund standen, rückt heute die Resilienz und Verlässlichkeit digitaler Services in den Fokus. Ganz wichtige Themen sind auch KI und Datensouveränität. Während es bei KI um Optimierungen, Effizienz und Geschwindigkeit geht, beobachte ich bei „Datensouveränität“ eine Tendenz weg von ausländischen hin zu europäischen oder gar deutschen Cloudanbietern. Auch das Problem der wachsenden digitalen Abhängigkeiten rückt weiter in den Fokus unserer Kunden. 

Jon: Ja, insbesondere bei der Akzeptanz und Einführung von KI hat sich im letzten Jahr nochmal viel bewegt. Darüber hinaus haben wir aber auch feststellen können, dass viele große Firmen von der AWS Cloud abhängig sind. Bei der Störung der AWS DynamoDB im Oktober 2025 sind weltweit tausende Systeme lahmgelegt worden. Das hat unter anderem dazu geführt, dass viele Firmen jetzt an europäischen Cloud-Anbietern interessiert sind. 

Mit Blick auf diese Entwicklungen: Welche Rolle spielt DevOps heute im Cloud-Betrieb?

Robert: Aufgrund der doch recht großen Infrastrukturen spielt DevOps in der Praxis eine zentrale und unverzichtbare Rolle, um einen stabilen, sicheren und skalierbaren Cloud-Betrieb zu gewährleisten. Cloud-Umgebungen bestehen oft aus dynamischen, verteilten Systemen. Manuelle Prozesse wären zu fehleranfällig und zu langsam. 

Jon:  DevOps nutzt die besten Praktiken der Entwicklung auch für den Betrieb (git, code review, config as code). Durch Infrastructure as Code (IaC), automatisierte Deployments und automatisierte Tests lässt sich die Infrastruktur einfach konfigurieren und betreiben. Das ist besonders wichtig für Kosteneinsparungen und Verfügbarkeit. Zum Beispiel können bei einem plötzlichen Anstieg des Traffics automatisch mehr Server bereitgestellt werden. Wenn die Nutzerzahlen wieder sinken, werden die zusätzlichen Server heruntergefahren, um Kosten zu sparen. Das alles läuft automatisiert über die Infrastruktur. 
 
Robert: Wichtig dabei: DevOps ist nicht nur Technik, sondern eine Kultur der Zusammenarbeit zwischen Development, Operations und auch noch QA und Security. Ohne diese DevOps-Technik u. -Kultur wären große Infrastrukturen aus meiner Sicht kaum noch beherrschbar. Damit sorgt DevOps in der Cloud dafür, dass Systeme konsistent, automatisiert, sicher und hochverfügbar betrieben werden können. 

Das Gespräch mit Robert Weigel und Jon Baillie wird in Kürze fortgesetzt – der nächste Teil unserer Interviewserie erscheint bald.