Energy Management ist kein Nachhaltigkeitsprojekt – es ist ein Datenproblem
Marvin Schleiter /
27.01.26 /
Digitale Transformation
Viele Unternehmen nutzen Splunk täglich, um IT-, Security- oder Observability-Daten auszuwerten. Logs, Metriken, Alerts – alles unter Kontrolle. Doch eine zentrale Frage bleibt oft unbeantwortet: Warum endet unsere Datenkompetenz genau dort, wo Nachhaltigkeit anfängt? Die gute Nachricht: Energy Management ist kein neues Tool-Thema. Es ist ein klassisches Datenproblem.
Was braucht es für ein erfolgreiches Energiemonitoring?
Was häufig fehlt, ist nicht die Technik, sondern der Mut, diese Daten zusammenzudenken. Kritisch zu hinterleuchten, wohin die Energie fließt und welcher Nutzen dadurch erzielt wird, um anschließend eine Aussage treffen zu können, ob Optimierungspotentiale vorhanden sind.
Um die eigenen Daten entsprechend anzureichern, werden Energiepreise und CO₂-Intensität benötigt. Dazu gibt es öffentlich zugängliche Daten, aber auch spezialisierte Unternehmen, die diese Daten sammeln und über ihre Schnittstellen zur Verfügung stellen.
Die eigenen Daten sind meist bereits Datenquelle für andere Use Cases:
- Maschinen- und Prozessdaten (OT)
- Gebäude- und Infrastrukturinformationen
- Netzwerk- und Nutzungsdaten
- Herstellerinformationen der vorhandenen Komponenten
Die letzte Komponente ist eine Datenplattform wie Splunk, die dafür alles mitbringt:
- flexible Dateneingänge
- leistungsfähige Verarbeitung
- starke Visualisierung
- Analytics, ML und Automatisierung
Nachhaltigkeit entsteht nicht durch Perfektion – sondern durch Transparenz
Viele Organisationen starten Energie- oder Nachhaltigkeitsinitiativen mit einem Anspruch, der sie direkt ausbremst: „Erst brauchen wir perfekte Sensorik, ein sauberes Datenmodell und eine vollständige Architektur.“
Die Praxis zeigt das Gegenteil: Entscheidend ist nicht, von Anfang an alles zu erfassen, sondern die vorhandenen Daten konsequent zu nutzen. Wer früh Transparenz schafft, kann Zusammenhänge erkennen, Annahmen überprüfen und gezielt nachschärfen, statt auf den perfekten Start zu warten. Schon wenige, gut verstandene Datenpunkte können den Energieverbrauch im Unternehmen sichtbar machen, Kosten verursachergerecht zuordnen und CO₂-Auswirkungen quantifizieren.
Ein gutes Monitoring Tool kann mehr, als viele ihm zutrauen
Wer bereits eine Security- oder Log-Plattform hat, nutzt nur einen Teil ihres Potenzials.
In realen Projekten zeigt sich:
- Anomalien im Energieverbrauch lassen sich genauso erkennen wie Sicherheitsvorfälle
- Energieverbrauch lässt sich mit Prozess-, Netzwerk- oder Belegungsdaten kontextualisieren
Smart Building Dashboard in Splunk mit Überblick über Raumklima, Belegung, anstehende Wartungen, Ressourcennutzung. - Forecasts helfen, Produktionszeiten oder Lastspitzen zu optimieren
Dashboard zur Alarmierung von Lastspitzen und zur ML-gestützten Prozessplanung für planbare Nebenprozesse - Optimierungen können automatisiert angestoßen werden – Human in the Loop inklusive
Dashboard zur Veranschaulichung des Energiesparpotentials basierend auf Maschinenzyklen (Setup/Idle/Production/Energy Saving Mode)
Der Einstieg muss nicht perfekt sein – nur ehrlich
Eine Universallösung gibt es nicht, weil jede Umgebung anders ist und jede Datenquelle sich anders verhält. Und das ist völlig okay.
Die wichtigsten Learnings aus unserer Praxis:
- nutzt die Daten, die bereits da sind
- testet früh – und rechnet mit Fehlern
- normalisiert Schritt für Schritt
- dokumentiert eure eigenen Stolpersteine
- baut Mehrwert iterativ auf, indem ihr Erkenntnisse früh nutzt und kontinuierlich erweitert
Die ersten Daten, die auf eurer Plattform ankommen, sind selten schön, dafür aber die Wichtigsten, weil sie den Ausgangspunkt für Transparenz, Diskussion und konkrete Verbesserungen bilden.
Warum sich der Mut lohnt
Unternehmen, die diesen Weg gehen, erzielen messbare Effekte:
- reduzierte Energiekosten
- geringere CO₂-Emissionen
- weniger regulatorisches Risiko
- bessere Entscheidungsgrundlagen
- höhere Akzeptanz zwischen IT, OT und Business
Und oft entsteht dieser Mehrwert nicht durch neue Plattformen, sondern durch einen neuen Blick auf vorhandene Daten. Wer Energie als Datenthema versteht, schafft die Grundlage für fundierte Entscheidungen – nicht nur im Kontext Nachhaltigkeit, sondern im gesamten operativen Geschäft.
